Software Migration: Effizient, sicher, zukunftsweisend

Software Migration: Effizient, sicher, zukunftsweisend
Inhaltsverzeichnis

Die digitale Transformation erfordert kontinuierliche Anpassungen, besonders im Bereich der Software. Ein zentraler Aspekt der Anwendungsmodernisierung ist die Software Migration. In diesem Artikel erfahren Sie, was hinter diesem Prozess steckt, warum er unvermeidlich ist und wie Sie ihn effektiv gestalten können.

Was ist eine Software Migration?

Bei der Software Migration werden bestehende Software auf eine neue Plattform, Infrastruktur oder Technologie verschoben.  

Dieser Schritt ist oft notwendig, um mit den sich ständig weiterentwickelnden Anforderungen der IT-Welt Schritt zu halten. Es handelt sich dabei um einen Teilbereich der umfassenderen Cloud-Migration und Datenmigration.

Software-Migration ist außerdem ein entscheidender Schritt bei einem IT Carve-Out, da sie die reibungslose Überführung von Anwendungen und Daten in die neue Umgebung sicherstellt und damit die Kontinuität der Geschäftsprozesse gewährleistet.

Einordnung in Cloud-Migration und data migration

Die Begriffe Cloud-Migration, Software Migration und data migration (Datenmigration) sind miteinander verbunden, aber sie repräsentieren unterschiedliche Aspekte im Bereich der Tenant-to-Tenant Migration.

  • Bei der Cloud-Migration geht es um den Transfer in eine Cloud-Infrastruktur. Dieser Prozess ermöglicht den Zugriff auf Ressourcen über das Internet und bietet Vorteile wie Skalierbarkeit und Flexibilität.
  • Software Migration hingegen bezieht sich auf den Umzug von Anwendungen oder Software von einer Plattform oder Umgebung auf eine andere. Dies kann innerhalb eines Rechenzentrums oder im Rahmen einer Server Migration erfolgen. Oftmals erfolgt dies von on premise in die Cloud oder von einer Cloud in die andere. Die Gründe für Software Migration können vielfältig sein, von der Aktualisierung veralteter Systeme bis zur Anpassung an neue Geschäftsanforderungen.
  • Datenmigration konzentriert sich auf den Transfer von Daten zwischen verschiedenen Speicherorten, Systemen oder Formaten. Dies kann im Rahmen von Cloud-Migration oder Software Migration auftreten, da Daten oft mit Anwendungen eng verbunden sind. Die Sicherstellung der Datenintegrität, -konsistenz und -verfügbarkeit ist ein zentrales Anliegen bei der Datenmigration.

Insgesamt stellen Cloud-Migration, Software Migration und Datenmigration verschiedene Facetten dar, die bei größeren IT-Veränderungen oft gemeinsam auftreten. Ein holistisches Verständnis dieser Begriffe ist entscheidend, um eine effektive und reibungslose Umstellung der IT-Infrastruktur zu gewährleisten. 

Software Migration

Gründe für eine Software Migration?

Es gibt verschiedene Gründe, warum Unternehmen sich für eine Software Migration entscheiden. Dazu gehören:

  • End of Support (EoS):  

Hierbei geht es um den Zeitpunkt, an dem ein Hersteller den offiziellen Support und die Aktualisierungen einstellt.  

Dies bedeutet, dass ab diesem Zeitpunkt keine Updates, Fehlerbehebungen oder technischer Support mehr vonseiten des Herstellers bereitgestellt werden.  

Software, die das Ende des Supports erreicht hat, wird anfälliger für Sicherheitsrisiken. Neu entdeckte Schwachstellen werden also nicht mehr durch Patches geschlossen.  

Daraus entwickelt sich eine Herausforderung, wenn sie veraltete Software im Einsatz haben.

In solchen Fällen ist die Migration IT auf eine aktuell unterstützte Software-Version oder eine alternative Lösung oft unvermeidlich. Die Sicherheit und die Funktionalität der IT-Infrastruktur muss weiterhin gewährleistet werden.

  • Mergers and Acquisitions (M&A):  

Mergers and Acquisitions, kurz M&A, sind Geschäftsaktivitäten, bei denen Unternehmen fusionieren (Mergers) oder eins das andere erwirbt (Acquisitions). Dies sind strategische Geschäftsentscheidungen, die oft darauf abzielen, Synergien zu schaffen, Marktpositionen zu stärken oder Innovationen voranzutreiben.

  • Legacy Software:  

Legacy-Software kann auf veralteten Technologien basieren, was zu Ineffizienzen, Sicherheitslücken und Schwierigkeiten bei der Wartung führt. Eine Software-Migration ermöglicht den Wechsel zu modernen Technologien, um die Leistung zu verbessern, Sicherheitsrisiken zu minimieren und die Wartbarkeit zu erleichtern.

Vorbereitung und Planung

Der Erfolg einer Software Migration hängt maßgeblich von der sorgfältigen Vorbereitung und Planung ab. Diese beiden Schritte sind die fundamentalen Grundpfeiler, die den gesamten Migrationsprozess leiten und den Unterschied zwischen einem reibungslosen Übergang und potenziellen Herausforderungen ausmachen.

Vorbereitung

Eine gründliche Vorbereitung beginnt mit einer umfassenden Analyse der bestehenden Software-Infrastruktur und der damit verbundenen Geschäftsprozesse. Es ist unerlässlich, alle relevanten Faktoren zu identifizieren, die die Migration IT beeinflussen könnten. Dazu gehören  

  • Risikomanagement:

Die Durchführung einer Software Migration birgt inhärente Risiken, die Unternehmen proaktiv angehen sollten. Hierzu gehören mögliche Datenverluste, Unterbrechungen im Betriebsablauf und Kompatibilitätsprobleme. Ein gründliches Risikomanagement ist entscheidend, um diese potenziellen Herausforderungen zu identifizieren und zu bewältigen. Dabei sollten Unternehmen nicht nur die technischen Aspekte, sondern auch die Auswirkungen auf Mitarbeiter und Geschäftsprozesse berücksichtigen.

  • Kostenschätzung:  

Die finanziellen Aspekte der Software Migration sollten transparent dargestellt werden. Dies umfasst nicht nur die direkten Kosten für Tools und Dienstleistungen, sondern auch potenzielle Einsparungen durch verbesserte Effizienz und Produktivität. Unternehmen sollten in der Lage sein, realistische Schätzungen zu erstellen und Budgets entsprechend zuzuweisen.

  • Compliance und Sicherheit:  

Sicherheitsaspekte und die Einhaltung von Compliance-Vorschriften dürfen in der Software Migration nicht vernachlässigt werden. Unternehmen müssen sicherstellen, dass sensible Daten während des gesamten Migrationsprozesses geschützt sind und alle rechtlichen Anforderungen erfüllt werden.

  • Technische Aspekte:

Beginnen Sie mit einer tiefgreifenden technischen Analyse der vorhandenen Software-Infrastruktur. Identifizieren Sie alle Anwendungen, Datenbanken und Systeme, die von der Migration betroffen sind. Bewerten Sie die Kompatibilität mit der Zielumgebung und identifizieren Sie mögliche technische Herausforderungen. Dies könnte die Überprüfung von Software-Versionen, Datenbankstrukturen und Schnittstellen umfassen.

  • Organisatorische Überlegungen:  

Berücksichtigen Sie nicht nur die technischen, sondern auch die organisatorischen Aspekte der Migration. Analysieren Sie die internen Prozesse, die von der Software abhängen, und identifizieren Sie potenzielle organisatorische Engpässe. Betrachten Sie auch die Teamstruktur und kommunikative Prozesse, um sicherzustellen, dass die Migration nahtlos in den Arbeitsablauf integriert wird.  

  • Schulungsbedarf für Mitarbeiter:  

Die reibungslose Integration neuer Software erfordert oft Schulungen für Mitarbeiter. Identifizieren Sie die spezifischen Fähigkeiten und Kenntnisse, die für den effektiven Einsatz der neuen Software erforderlich sind. Entwickeln Sie oder Consulting Beratungen maßgeschneiderte Schulungsprogramme, um sicherzustellen, dass das Team über die erforderlichen Kompetenzen verfügt. Dies kann sowohl technische Schulungen als auch Schulungen zu neuen Arbeitsprozessen umfassen. Eine passende Consulting Beratung kann das fehlende interne Know-how überbrücken.

  • Mögliche Auswirkungen auf den laufenden Betrieb:  

Analysieren Sie die potenziellen Auswirkungen der Migration auf den laufenden Betrieb. Identifizieren Sie kritische Zeitfenster, in denen Ausfallzeiten minimiert werden müssen, und entwickeln Sie Strategien, um Störungen zu vermeiden. Kommunizieren Sie transparent mit den betroffenen Teams, um Erwartungen zu managen und sicherzustellen, dass der Geschäftsbetrieb so wenig wie möglich beeinträchtigt wird.

Für eine erfolgreiche Analyse ist es wichtig, technische Expertise mit organisatorischen und menschlichen Aspekten zu verbinden.  

Vorbereitung Software Migration

Planung

Die Planung baut auf den Ergebnissen dieser Analyse auf. Ein detaillierter Migrationsplan sollte alle notwendigen Schritte, Ressourcen und Zeitrahmen klar definieren. Ein effizientes Zeitmanagement ist entscheidend, um Ausfallzeiten zu minimieren und den Geschäftsbetrieb aufrechtzuerhalten. Strategien zur parallelen Nutzung alter und neuer Systeme sowie klare Zeitpläne für jeden Schritt der Migration tragen dazu bei, einen reibungslosen Übergang zu gewährleisten.

Außerdem umfasst es auch einen klaren Fahrplan für den Einsatz von Beratungsdienstleistungen und Tools. Der Migrationsplan sollte flexibel genug sein, um auf unvorhergesehene Ereignisse zu reagieren, aber gleichzeitig strukturiert genug, um einen klaren Kurs vorzugeben.  

Die Akzeptanz der Mitarbeiter ist ein kritischer Faktor für den Erfolg der Software Migration. Schulungsprogramme, klare Kommunikation und eine unterstützende Infrastruktur helfen dabei, Widerstände zu minimieren und die reibungslose Integration neuer Systeme zu fördern.

Hybride Ansätze

Ein hybrider Ansatz, der sowohl auf professioneller Beratung als auch auf geeigneten Tools basiert, ist ein entscheidender Erfolgsfaktor. Die Kombination von menschlichem Know-how und technologischer Unterstützung ermöglicht nicht nur eine schnellere, sondern auch eine effizientere Migration. Insbesondere in Szenarien wie dem End of Support oder M&A, in denen Zeit von entscheidender Bedeutung ist, erweist sich dieser Ansatz als besonders relevant.

Expertengespräch

Software-Migration: Standardsoftware oder Individuallösung?

Bei der Entscheidung zwischen Standardsoftware und Individuallösungen müssen Organisationen eine sorgfältige Abwägung treffen.

Die Auswahl des richtigen Ansatzes kann einen bedeutenden Einfluss auf die Effizienz, Zusammenarbeit und Flexibilität haben.

Aus diesem Grund haben wir Ihnen mögliche Vor und Nachteile in der folgenden Tabelle zusammengefasst.

Vor- und Nachteile von Standardsoftware und Individuallösung

Vor- und Nachteile von Standardsoftware und Individuallösung

Aspekte Standardsoftware Individuallösung
Kosteneffizienz Vorteile: In der Regel günstiger in der Anschaffung.
Nachteile: Zusätzliche Kosten für spezielle Anpassungen.
Nachteile: Höhere Anpassungskosten können langfristig teurer sein.
Vorteile: Potenziell kosteneffizienter bei langfristigem Bedarf.
Anpassbarkeit Nachteile: Begrenzte Anpassungsmöglichkeiten. Vorteile: Hochgradige Anpassung an spezifische Anforderungen.
Nachteile: Hohe Entwicklungskosten für individuelle Anpassungen.
Implementierungsdauer Vorteile: Schnellere Implementierung.
Nachteile: Möglicherweise begrenzte Funktionalität.
Vorteile: Maßgeschneiderte Lösungen erfordern mehr Zeit.
Nachteile: Längere Entwicklungs- und Implementierungszeiten.
Kompatibilität Vorteile: In der Regel besser mit anderen Systemen kompatibel.
Nachteile: Möglicherweise nicht perfekt an bestehende Prozesse angepasst.
Nachteile: Integrationsprobleme mit bestehenden Systemen möglich.
Vorteile: Integration kann genau auf bestehende Prozesse abgestimmt werden.
Wartung und Updates Vorteile: Regelmäßige Updates sind in der Regel einfacher.
Nachteile: Updates können nicht immer sofort implementiert werden.
Nachteile: Benutzerdefinierte Lösungen erfordern mehr Wartung.
Vorteile: Bessere Kontrolle über Wartung und Aktualisierungen.
Einzigartigkeit Nachteile: Standardisierte Funktionen, wenig Einzigartigkeit. Vorteile: Einzigartige Funktionen, die sich von Wettbewerbern abheben können.
Nachteile: Möglicherweise nicht für alle Unternehmen notwendig.
Skalierbarkeit Vorteile: Oft einfach skalierbar.
Nachteile: Möglicherweise begrenzte Skalierbarkeit.
Vorteile: Kann besser an das Wachstum des Unternehmens angepasst werden.
Nachteile: Skalierung kann komplexer und kostenintensiver sein.

Microsoft als Lösungspartner

Beispielsweise Microsoft bietet verschiedenste Lösungen für Software Migrationen an.

Folgende Vorteile sind hierbei möglich:

  1. Integrierte Lösungen:
    M365 gewährleistet eine nahtlose Integration verschiedener Anwendungen, was Kompatibilitätsprobleme minimiert.
  2. Zusammenarbeit und Kommunikation:
    Teams und SharePoint fördern effektive Zusammenarbeit und Kommunikation, was die Produktivität steigert.
  3. Skalierbarkeit und Flexibilität:
    M365 ist anpassbar an die individuellen Bedürfnisse von Unternehmen, was besonders wichtig für wachsende Organisationen ist.
  4. Sicherheit und Compliance:
    M365 bietet moderne Sicherheitsstandards und Tools zur Einhaltung von Datenschutzbestimmungen.
  5. Cloud-basierte Infrastruktur:
    Die cloudbasierte Natur von M365 ermöglicht den flexiblen Zugriff auf Daten, einfache Skalierbarkeit und reduzierte lokale Infrastrukturkosten.
  6. Regelmäßige Updates und Innovationen:
    Die kontinuierlichen Investitionen von Microsoft gewährleisten regelmäßige Updates und neue Funktionen, um die Softwareumgebung auf dem neuesten Stand zu halten.
Microsoft 365

‍Make or Buy, Low Code und Individualisierungsmöglichkeiten

Wenn Unternehmen ihre Software aktualisieren oder umziehen, stehen sie vor der Entscheidung, wie stark sie ihre Abläufe standardisieren oder anpassen möchten. Die Wahl zwischen vorgefertigten Lösungen (Kaufen) oder individuellen, selbst entwickelten Lösungen (Selbermachen) spielt dabei eine Schlüsselrolle. Hierbei geht es darum, ob man bereits vorhandene Software kauft und anpasst oder eigene, maßgeschneiderte Lösungen erstellt.

Zusätzlich dazu kann der Einsatz von sogenannten "Low-Code-Plattformen" die Anpassung von Standardsoftware erleichtern. Diese Plattformen ermöglichen es, Software mit weniger Aufwand anzupassen, selbst für Personen ohne umfassende Programmierkenntnisse. Das beschleunigt den Umzugsprozess erheblich und ermöglicht individuelle Anpassungen, ohne dass komplexe Programmierung erforderlich ist.

Die Entscheidung zwischen "Kaufen oder Selbermachen" und der Einsatz von "Low-Code" helfen Unternehmen also, den richtigen Mittelweg zwischen Standardisierung und individuellen Anpassungsmöglichkeiten zu finden. Das ist wichtig, um die Software schnell und effizient zu aktualisieren, ohne dabei die Vorteile standardisierter Lösungen zu vernachlässigen.

Fazit mit Handlungsempfehlung

Die Software Migration ist eine komplexe, aber unverzichtbare Aufgabe in der heutigen IT-Landschaft. Mit einer klaren Planung, dem Einsatz geeigneter Tools und der Fokussierung auf Microsoft 365 Tools können Unternehmen den Prozess erfolgreich bewältigen.

Die Public Cloud erleichtert Softwaremigrationen durch ihre Skalierbarkeit, Kosteneffizienz, Flexibilität, Automatisierungsmöglichkeiten und fortschrittliche Sicherheitsmechanismen.

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